Rettich

Postkarte "Raphanus"

Raphanus sativus

Rettich Raphanus sativus zählt zu den ältesten Nutzpflanzen. Nicht verwunderlich ist es daher, dass über die Jahrhunderte und in den vielen Ländern, in denen die zweijährigen Rettiche angebaut werden, eine große Formen- und Sortenvielfalt entstanden ist.

Unterschieden werden die Radieschen, bei denen die Hauptwurzel mehr oder weniger kleine und kugelige Rübenbildet. Radieschen sind schnellwüchsig und blühen zum Ärger des Gärtners und ‘Freude’ der Bienen manchmal schon im ersten Jahr.

Aus China stammen die Chinarettiche, die in sehr unterschiedlichen Formen, Farben und Größen daherkommen. Aus Europa stammen die Gartenrettiche in rot, weiß oder schwarz, die entweder als Sommerrettiche gezogen werden oder als Winterrettiche zum Einlagern. Aus Südostasien stammen die Schlangenrettiche, die wegen ihrer Blätter und der sehr langen Samenschoten kultiviert werden.

Als Gründüngungspflanze wird der Ölrettich Raphanus sativus var. oleiformis angebaut, dessen Samen einen sehr hohen Ölgehalt aufweisen, der als Langtagpflanze kurz nach der Aussaat im Juni/ Juli im ersten Jahr zur Blüte kommt und dessen Hauptwurzel sortenabhängig nicht zu einer Rübe verdickt sein muss.

Wichtige Inhaltsstoffe der Rettiche sind Senfölglykoside (Glukosinolate. Die Senfölglykoside werden bei Verletzung der Zellen durch das ebenfalls enthaltene Enzym Myrosinase gespalten: es entstehen die für den typischen Rettichgeschmack verantwortlichen Senföle.

Rettichpflanzen blühen weiß oder hell rosafarben. Die für Brassicaceen typischen Kreuzblüten locken nektar- und pollensammelnde Insekten. Rettichfrüchte, die sich aus den bestäubten Blüten entwickeln, sind an ihrer Basis aufgeblasen erscheinende, je nach Sorte sehr unterschiedlich lange Schoten, die in einem spitzen Zipfel enden. Alle Rettichfrüchte sind (jung und noch grün) essbar und weisen die typische Schärfe der Pflanze auf.

 

2020-04-05T10:17:42+02:00April 5th, 2020|Alle Beiträge, Insektengarten, Unsere Kartenmotive|

Einjährige Bienenfreunde

Postkarte "Einjährige Bienenfreunde"

Einjährige Bienenfreunde

Die allermeisten Menschen werden sich dem Reiz eines blühenden Feldrains oder der blühenden Unkrautflur in einem Olivenhain nicht entziehen können. Blühende Einjährigenfluren lassen sich auch im Garten schaffen. Das ist aufwändig und wenig nachhaltig – jedes Jahr muss neu ausgesät werden, damit nicht wenige Unkrautarten die Oberhand gewinnen. Wenn es blüht, tummeln sich die Insekten zuhauf im Blütenreichtum und die investierte Arbeit ist vergessen.

Klatschmohn Papaver rhoeas, Kornblume Centaurea cyanus, Kornrade Agrostemma githago und der Gemeine Natternkopf Echium vulgare dürfen als heimisch gelten. Der Weiße Senf Sinapis alba bringt einen fröhlichen Gelbton in diese Mischung. Da er sehr rasch zur Blüte kommt lässt sich durch späte Nachsaat die Blütezeit verlängern.

Nicht heimisch ist das Marokkanische Leinkraut Linaria maroccana. Wildbienen und Hummeln mit einem langen Rüssel besuchen die kleinen Blüten mit dem langen Nektarsporn gerne.

2020-04-09T08:55:49+02:00April 5th, 2020|Alle Beiträge, Insektengarten, Unsere Kartenmotive|

Gartenvagabunden

Postkarte "Gartenvagabunden"

Kurzlebige Stauden

Pflanzen mit einer kurzen Lebenserwartung, die im ersten Jahr nur eine Rosette bilden und nach dem einmaligen Blühereignis absterben sind den meisten Gärtnern eher lästig. Da man diese Gewächse auch selten kaufen kann, muss man sie zudem selber aussäen oder den Pflanzen die Selbstaussaat gestatten. Gelenkte Wildnis setzt im Garten Wissen und ein wenig Durchsetzungsvermögen voraus. Vieles geschieht ohne Plan.

Oft entwickeln sich die schönsten Exemplare des in der Mittelmeerregion heimischen Muskateller-Salbeis Salvia sclarea und des aus Italien stammenden Purpur-Leinkrautes Linaria purpurea an Stellen, die man aktiv nicht bepflanzt hätte. Lücken, die zu klein oder Pflanzplätze, die zu trocken schienen, machen sie zu ihrem Standort und locken über viele Wochen Wildbienen und Hummeln.

Die von schattigen Knicks und Wegrändern bekannte heimische Rote Lichtnelke Silene dioica lässt sich sehr gut in einem großen Kübel kultivieren. Pflanzen, die sich bei ausreichend Feuchtigkeit in gutem Boden entwickeln dürfen warten im zweiten Jahr mit sehr reicher Blütenfülle auf. Hier sind es vor allem Schmetterlinge und langrüsselige Hummeln, die als Blütenbesucher angelockt werden.

Die heimische Färber-Kamille Anthemis tinctoria (= Cota tinctoria) (Besiedler von eher nährstoffarmen Trockenrasen oder Bahndämmen) und die ebenfalls heimische Wiesen-Flockenblume Centaurea jacea (Wiesenart mit sehr hoher Anpassungsamplitude, was den Nährstoffgehalt und die Wasserverfügbarkeit des Standortes angeht) lassen sich z.B. in einer ‘gepflanzten’ Wiese oder Steppennachbildung im Garten einsetzen. Beide Wildarten locken viele unterschiedliche Insekten und beide blühen über einen sehr langen Zeitraum von Juni bis September. Ein Rückschnitt nach der Hauptblüte fördert bei beiden Arten eine Nachblüte. Möchte man sie im Garten erhalten, lässt man am besten Selbstaussaat zu, lernt die auflaufenden Keimpflanzen und die Jungpflanzen erkennen und beim Jäten gezielt stehenzulassen oder an gewünschte Standorte umzusiedeln.

Der auf der Rückseite abgebildete Färber-Waid Isatis tinctoria war zum Aufnahmezeitpunkt schon verblüht. Auch diese Zweijährige, die mit einer gelben Blütenwolke von Mitte Mai bis etwa Mitte Juni Insekten lockt, hat einen Platz im Garten durchaus verdient. Uneingeweihte werden den Färber-Waid in Blüte allerdings sofort als Raps identifizieren und ausreißen wollen.

2020-04-05T10:15:13+02:00April 5th, 2020|Alle Beiträge, Insektengarten, Unsere Kartenmotive|

Breeder Tulpen

Breeder-Tulpen

Breeder Tulpen

Als Breeder-Tulpen bezeichnet man alte Sorten, die vom 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts kultiviert wurden. Daraus entstanden spontan gebrochene bzw. Rembrandt-Tulpen. Heute wissen wir, dass unterschiedliche Viren die begehrten Farbveränderungen hervorrufen.

Da die Virusinfektion die befallenen Tulpen schwächt (wenn sie nicht sogar daran zugrunde gehen), waren die extrem gesunden, wüchsigen und oft riesigen Breeder-Tulpen eine gute Ausgangsbasis.

Zu den Breeder-Tulpen zählen die 1899 von der Firma Krelage eingeführten und in Absprache mit der Familie Darwin benannten Darwin-Tulpen (nicht zu verwechseln mit den Darwin-Hybriden). Da E. H. Krelage als Ausgangsmaterial für seine Darwin-Tulpen nur solche Tulpen mit weißer Grundfarbe ausgewählt und auch für Kreuzungen keine Tulpen mit gelber Grundfarbe eingesetzt hat, fallen alle Darwin-Tulpen in Rosa und Purpur-Tönen, der Grund der Blüte kann irgendwo zwischen tiefdunkelblau und weiß liegen.

Tulipa ‘Dream’ (syn. ‘Reve de Jeunesse’) ist eine solche Darwin-Tulpe. Wuchshöhe 55cm und die Blüte mit beinahe eckigem Längsschnitt, die für Darwin-Tulpen typisch ist.

Ebenfalls zu den Breeder-Tulpen zählen die Dutch Florists Tulips. Zu dieser Gruppe zählt Tulipa ‘Je Maintiendrai’ (syn.: Sentinel), die vor 1863 entstanden ist. Amaranth-purpurfarben mit gelbem klar begrenztem kleinem Blütenzentrum.

Tulipa ‘Feu Ardent’ wurde zuerst im Jahr 1906 angeboten, ist aber eigentlich viel älter und wurde 1863 als eine von 400 Breeder-Tulpen aus der großartigen Sammlung von Vincent van der Vinne, einem Blumenzwiebelhändler aus Haarlem, verauktioniert. Reiche braunrote Farbtöne auf gelbem Grund, spätblühend. (vgl. https://oldhousegardens.com).

Die Fotos für diese Karten entstanden im Hortus Bulborum in Limmen. Der Hortus ist ein Museum voller Pflanzen – alte Tulpensorten, historische Narzissen, seltene Fritillarien und Hyazinthen sind in Schaubeeten aufgepflanzt. Neben einer Fülle von Breeder Tulpen finden sich hier auch die einzigen “echten” Rembrandt-Tulpen. Man kann den Hortus Bulborum im Frühjahr besuchen. Ein Teil der dort erhaltenen Zwiebelblüher werden auch zum Verkauf angeboten (zum Versand im Herbst).

2020-04-04T11:46:34+02:00April 4th, 2020|Alle Beiträge, Das Zwiebeljahr, Unsere Kartenmotive|

Prachtscharte

Postkarte 'Liatris'

Liatris spicata

Ährige Prachtscharte Liatris spicata – ein irgendwie anderer Körbchenblütler

Die Ährige Prachtscharte zählt zu den Körbchenblütlern, präsentiert ihre Blüten aber nicht in mehr oder weniger horizontalen, sondern in vertikal aufstrebenden Blütenständen. Über einen langen Zeitraum hinweg werden die von oben nach unten erblühenden Teilblütenstände zum Treffpunkt nektarhungriger und pollensammelnder Insekten. Späte Nektar- und Pollenlieferanden sind enorm wichtig für solche Insekten, die wie die Hummelköniginnen oder der Zitronenfalter den Winter als fertiges Insekt überleben müssen.

Die vielen Insekten sorgen dafür, dass die Blüten der Prachtscharte gut bestäubt werden. Wer es zulässt wird sich über ausreichend Sämlinge freuen dürfen. Diese lassen sich aber, falls unerwünscht, sehr effektiv und einfach durch Jäten entfernen.

Die Ährige Prachtscharte stammt aus Nord-Amerika und ist dort Bestandteil von Pflanzengesellschaften recht unterschiedlicher Standorte. Wichtig ist ihr ein sonniger, gut nährstoffversorgter und ausreichend feuchter Standort.

Anders als die meisten anderen Blütenstauden aus der Asteraceen-Verwandtschaft wie Sonnenhüte oder Goldruten überdauert die Ährige Prachtscharte den Winter in Form unterirdischer und erstaunlich kleiner Knollen.

Wer im Garten seine Prachtscharten zu früh zurückschneidet oder die vertrocknenden Triebe aus der Erde zieht, wird seine Bestände zuverlässig schwinden sehen.

Wie bei anderen Zwiebel- und Knollengewächsen ist ein Erinnerungsschild am Standort hilfreich.

Auch die Pflanzung gelingt nicht immer. Überwiegend werden Ährige Prachtscharten in Form trockener Knollen angeboten. Werden die bei schönem trockenen Herbstwetter gepflanzt und sich selbst überlassen, wird meist keine Prachtscharte blühen. Weichen Sie die Knollen mindestens 24 Stunden ein; auch länger, wenn ab und zu das Wasser gewechselt wird. Am besten wachsen sie tatsächlich an, wenn sie schon zu Treiben beginnen. Danach gilt es die Neupflanzung regelmäßig feucht zu halten.

2020-04-04T12:10:23+02:00März 31st, 2020|Alle Beiträge, Insektengarten, Unsere Kartenmotive|

‘Firebird’

Postkarte 'Narcissus 'Firebird''

Narcissus ‘Firebird’

Züchterin dieser vor 1940 registrierten kleinkronigen Narzissensorte mit kurzem, leuchtend orangerotem Krönchen und propellerartig gedrehten weißen Blütenblättern war Mrs F. Stuart Foote. 1931 hat Rev. G. H. Engleheart (England) ihr zu Ehren Narcissus ‘Florence Edna Foote’ benannt, eine großkronige und weißblütige Sorte.

Mrs F. Stuart Foote (Edna Florence Zorns Foote 1876-1955) war die Ehefrau des in Michigan ansässigen Gründers der American Imperial Furniture Company in Grand Rapids. Frank Stuart Foote (1872-1954) wird nachgesagt, Erfinder des ‘Coffee Tables’ zu sein – als er seiner Gemahlin bei der Vorbereitung einer Party half, indem er kurzerhand einen normalen Tisch durch Absägen der Beine tiefergelegt habe (https://www.antiquetrader.com/furniture/enjoy-your-high-spirits-on-a-low-table).

Florence Edna Foote war Narzissen-Züchterin und gab einen von einer Preisliste begleiteten Katalog ihrer Sorten heraus. Im Daffodil Yearbook 1935 (s.u.) inseriert sie:

World’s Choicest Daffodils

Guaranteed Quality Bulbs

MRS. F. STUART FOOTE

Daffodil Specialist

Grand Rapids

Michigan

Sie schrieb verschiedene Artikel über Narzissen, in denen sie sehr charmant auf ihre eigene Fachkenntnis aufmerksam macht.

“When I was introduced to a certain landscape architect, as a “daffodil-specialist,” he said, “Oh, but daffodils don’t do well in Michigan !” I said, “Have you ever tried to grow them well in your Michigan garden?” And he confessed, “No, but I have been told that our winters are too severe.” Many statements just as silly and false are made by so-called garden authorities (some even dare to wri