Romneya coulteri

Romneya coulteri im Botanischen Garten Kiel

Romneya coulteri im Botanischen Garten Kiel

 

Fried egg poppy, Matilija

Wer an einem schönen Sommertag im Botanischen Garten in Kiel zielsicher am Eingang zu den schönen Schaugewächshäusern vorbeigeht und den Weg links nimmt, kommt direkt zu einem der prächtigsten Romneya-Bestände des Nordens. An die Außenseite des Tropenhauses gekuschelt wächst dort das riesige Mohngewächs, das seinen Namen “Fried Egg Poppy” den großen, weißen Blüten mit runder, dottergelber Mitte verdankt, die nicht nur in der Farbigkeit, sondern auch in der Größe dem durchnittlichen Spiegelei sehr nahe kommen.

Wer diese Staude mit den beeindruckenden Blüten und dem blaugrünen Laub  zum ersten Mal gesehen hat, der möchte sie meist gerne im eigenen Garten kultivieren. Bei manchen wird dieser Drang so groß, dass sie in botanischen Gärten, in Privatgärten von Sammlern oder im Mutterpflanzenquartier von Gärtnereien die Fruchtkapseln entwenden, um daraus eigene Pflanzen zu ziehen. Ganz davon abgesehen, dass die Pflanzen nach dem Abreißen der Früchte nicht schöner aussehen:  die Saat, ob käuflich erworben oder geklaut, keimt meist schlecht bis gar nicht. Die Art ist in ihrer Heimat (sie kommt wild nur in Südkalifornien und auf der Baja California in Mexiko vor) an Buschfeuer angepasst, und das gilt es bei der Aussaat nachzustellen.

Seit wenigen Jahren ist aber wieder eine in Gartenkultur schon als verloren geglaubte Sorte unter Kennern im Handel, die sich durch die Bildung von Wurzelschösslingen auszeichnet. Es gibt in den letzten Jahren einen wachsenden Bestand an Mutterpflanzen dieser vegetativ vermehrbaren Form – auch in Europa – und man findet getopfte Romneyas seit einigen Jahren auf den einschlägigen Pflanzenmärkten oder bei manchen Gärtnereien (z.B. Foltz, De Kleine Plantage). Erwarten Sie nicht, blühende Stauden im Topf zu kaufen! Gehandelt werden kleine Jungpflanzen.

An ihrem Platz im sonst kühlen Kiel wächst die Romneya, die in ihrer Heimat Matilija genannt wird, natürlich auch so gut und zuverlässig durch die Abwärme des Gewächshauses. An unsere unangenehmen Winter mit nassen und wiederholt durchfrierenden Böden ist sie nicht gut angepasst. So muss man ihr einen möglichst warmen, gut drainierten, nährstoffreichen und sonnigen Standort mit ausreichender Bodenfeuchte im Sommer vorhalten. Dann allerdings belohnt sie uns Jahr für Jahr mit ihren unvergleichlichen Blüten! Umpflanzen lässt sich diese Staude meist nicht mehr erfolgreich, nachdem sie einmal eingewachsen ist. Ihre Wurzeln sind einerseits sehr brüchig und reichen zudem auch noch tief in den Boden.

Benannt nach Thomas Coulter (1793-1843), einem irischen Arzt, Botaniker und Entdecker. Er fand Matilija 1832. Und nach dem irischen Astronomen John Thomas Romney Robinson (1792-1882), einem guten Freund von Thomas Coulter.

Das Foto für unsere Romneya-Postkarte ist im Botanischen Garten in Kiel entstanden.

2016-11-17T10:19:38+00:00 Mai 15th, 2015|Alle Beiträge, Unsere Kartenmotive|