Postkarte "Raphanus"

Raphanus sativus

Rettich Raphanus sativus zählt zu den ältesten Nutzpflanzen. Nicht verwunderlich ist es daher, dass über die Jahrhunderte und in den vielen Ländern, in denen die zweijährigen Rettiche angebaut werden, eine große Formen- und Sortenvielfalt entstanden ist.

Unterschieden werden die Radieschen, bei denen die Hauptwurzel mehr oder weniger kleine und kugelige Rübenbildet. Radieschen sind schnellwüchsig und blühen zum Ärger des Gärtners und ‘Freude’ der Bienen manchmal schon im ersten Jahr.

Aus China stammen die Chinarettiche, die in sehr unterschiedlichen Formen, Farben und Größen daherkommen. Aus Europa stammen die Gartenrettiche in rot, weiß oder schwarz, die entweder als Sommerrettiche gezogen werden oder als Winterrettiche zum Einlagern. Aus Südostasien stammen die Schlangenrettiche, die wegen ihrer Blätter und der sehr langen Samenschoten kultiviert werden.

Als Gründüngungspflanze wird der Ölrettich Raphanus sativus var. oleiformis angebaut, dessen Samen einen sehr hohen Ölgehalt aufweisen, der als Langtagpflanze kurz nach der Aussaat im Juni/ Juli im ersten Jahr zur Blüte kommt und dessen Hauptwurzel sortenabhängig nicht zu einer Rübe verdickt sein muss.

Wichtige Inhaltsstoffe der Rettiche sind Senfölglykoside (Glukosinolate. Die Senfölglykoside werden bei Verletzung der Zellen durch das ebenfalls enthaltene Enzym Myrosinase gespalten: es entstehen die für den typischen Rettichgeschmack verantwortlichen Senföle.

Rettichpflanzen blühen weiß oder hell rosafarben. Die für Brassicaceen typischen Kreuzblüten locken nektar- und pollensammelnde Insekten. Rettichfrüchte, die sich aus den bestäubten Blüten entwickeln, sind an ihrer Basis aufgeblasen erscheinende, je nach Sorte sehr unterschiedlich lange Schoten, die in einem spitzen Zipfel enden. Alle Rettichfrüchte sind (jung und noch grün) essbar und weisen die typische Schärfe der Pflanze auf.