Mertensia virginica

Mertensia virginica

Mertensia virginica im Botanischen Garten Berlin-Dahlem

Virginia Bluebells

Nur selten sieht man in Deutschland Mertensia virginica in voller Pracht blühen. Meist sind es botanische Gärten, die diesem staudigen Raublattgewächs (Boraginaceae) unter spät austreibenden Laubgehölzen und in einem humosen Laubwaldboden eine Heimstatt geben. Hier gedeiht diese einfach aus Saat zu ziehende Staude, die jedoch das Umpflanzen ihrer Rhizome nur ungern duldet, gerne zusammen mit z. B. Dicentra cuccularia, Uvularia, Hosta und anderen Stauden, bei denen es lohnt, die Schneckenplage zeitig im Frühjahr unter Kontrolle zu haben. Meist sind es keine großen Areale, die man dieser meist schon im April blühenden Staude zugesteht – in ihrem Herkunftsgebiet im Osten der USA verwandelt sie ganze Laubwaldareale von oft mehreren hundert Quadratmetern für 4-6 Wochen in blaue Meere. Aber auch nur ein einziges Exemplar vermag mit ihren sich von rosa nach leuchtend blau umfärbenden Glöckchen zu verzaubern. Leider sind in Deutschland weder Saat noch Pflanzen leicht zu bekommen. Am wahrscheinlichsten gelingt ein Glücksfund bei frühen Gartenfestivals wie dem Staudenmarkt in Berlin oder dem Pflanzenmarkt am Kiekeberg. Saat gibt es bei amerikanischen Anbietern.

 

Franz Karl Mertens

* 3. April 1764 in Bielefeld – † 19. Juni 1831 in Bremen

Franz Karl war Sohn von Clamor Mertens, einem verarmten Adeligen. Ein Wohltäter finanzierte sein Studium der Theologie und Sprachen in Halle. Er wurde Lehrer an der Handelsschule in Bremen und entdeckte hier seine Liebe zur Botanik. Zusammen mit seinem Freund Abrecht Wilhelm Roth, einem Oldenburger Physiker und Botaniker unternahm er mehrere Reisen durch Europa und Skandinavien, um Pflanzen zu sammeln. Für seinen Freund Roth beschreibt und illustriert alle Algen im dritten Band der Catalecta botanica 1806. Mertens trug außerdem ein inzwischen berühmtes Herbarium zusammen.

Im zu Ehren benennt Roth die Gattung Mertensia aus der Familie der Raublattgewächse Boraginaceae.

Ebenfalls nach ihm benannt sind Agrostis mertensii und Carex mertensii.

Das Foto auf unserer Mertensia-Postkarte entstand im April 2014 am Wochenende des Staudenmarktes im Botanischen Garten Berlin-Dahlem. Der Botanische Garten in Dahlem ist immer eine Reise wert – besonders schön ist es dort aber im Frühling, wenn der Waldboden blüht.

2016-11-17T10:19:38+00:00 März 12th, 2016|Alle Beiträge, Unsere Kartenmotive|